Freitag, 8. Dezember 2017

Prägung.........

Mal schauen, ob mir in diesem Post gelingt, zu erklären, was ich mit dem Stichwort in der Überschrift sagen möchte
 
Ich war wohl schon immer ein kreativer Mensch - in meinem Kopf hatte ich immer tausend Bilder, Ideen, (neudeutsch) Projekte, die ich unbedingt verwirklichen wollte. Und meiner Meinung nach, kann JEDER Mensch kreativ sein - man / Frau muss sich einfach nur trauen. Selbst "nur" in der Dekoration kann man kreativ sein - und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Ein ganz kleines Beispiel: ein Bündel altes beschriebenes oder auch bedrucktes Papier ist erstmal nur ein Bündel Papier. Das kann man nun einfach im Schrank verstauen bis man es dann mal braucht oder eben auch wie im vorbeigehen irgendwo "hinschlenzen". Der eine sagt: räum ich noch auf - der andere sagt: genau so, wie es da liegt finde ICH das dekorativ - egal, was andere denken!
 

 Jeder erklärt doch erstmal: ICH kann  NICHT malen - wie viele von uns haben sich in der Schule vor dem Kunstunterrichtig gegraust. Da wurden stundenlang irgendwelche "alten Schinken" seziert, dann gab es die Aufgabe: MALT DAS NACH - was ja ohnehin schon Unfug ist, weil wir garnicht die Materialien dafür hatten, womit der echte Meister sein Kunstwerk erschaffen hatte. Wir lebten auch in einer ganz anderen Zeit und wir waren doch noch Kinder. Dann quälte man sich einen ab - und bekam eine Benotung, die sich uns oft nicht erschloß und uns eher noch bestärkt hat: WIR können NICHT malen. Wer nimmt da jemals wieder Stift und Farbe zur Hand. NIEMAND, man schämt sich ja vor sich selbst. GENAU SO kappt man in meinen Augen bereits bei Kindern ihre natürliche Kreativität die wir uns als Erwachsene nur in den seltensten Fällen dann mühsam zurückerobern. Ich selbst hatte das große Glück, dass meine Mutter wirklich ALLES gefördert hat, was im weitesten Sinne mit Kreativität zutun hatte. Von ihr lernte ich u.a. auch Handarbeiten: nähen, stricken, häkeln


Das Meiste brauchte sie nichtmal zu erkären - sie hatte sowieso immer irgendeine Handarbeit in "der Mache" und ich hab mit Begeisterung ihr zugeschaut. Waren wir auf dem Spielplatz, saß sie mit einer Handarbeit da. Häufig hab ich mich zu ihr gesetzt - wir haben wenig geredet - ich hab einfach nur dem Nadelspiel zugeschaut und hab gestaunt, wie flucks die Maschen über die Nadeln gehüpft sind. In schiere Bewunderung bin ich dann ausgebrochen, wenn sie "blind" gestrickt hat - DAS wollte ich auch können! Selbst die Nähmaschine bedienen hab ich mir von ihr einfach nur abgeschaut. Hab mir gemerkt, wie der Faden eingefädelt werden muss, wie sie die Fäden einfach nur immer mit einem mächten Ruck abgerissen hat. Selbst das hab ich mir abgeschaut - ich mach das heutzutage genauso............oder wie sie den Faden vom Strickgarn über den Finger hat gleiten lassen - mach ich genauso. Obwohl es eigentlich falsch ist. Das ist keine Genetik, das ist PRÄGUNG. Sie hatte auch immer mehr Vorräte an Stoffen, Garnen, Knöpfen usw. als sie je hätte verarbeiten können: geht mir genauso!!! Und schon als kleines Mädchen stand ich oft vor dem Schrank mit den schönen Stoffen und konnte sie stundenlang betrachten. Hab gestaunt, wie unterschiedlich die Stoffe sein können - von der Webart her. Etwas, dass ich bis heute noch in mir habe - was staune ich oft über die alten Stoffe - (zuoberst) alles altes Leinen - aber so unterschiedliche Qualitäten.


Genauso bei den Knöpfen: Klar, ein Knopf ist ein Knopf ist ein Knopf ist ein Knopf - und doch wieder nicht. Knöpfe können Geschichten erzählen - vor allem, wenn es Knöpfe sind, die ein Motiv haben, wie diese alten Livree-Knöpfe. Mal zierten sie eine Uniform, mal die Jacke eines Lakaien, mal hielten sie die Schürze einer reichen Gutherrin am rechten Fleck usw. Und bin ich unterwegs - ob nun auf einem Streifzug durch Antiquitätenläden, Trödler oder auch über die Märkte. Seh ich irgendwo eine Schachtel mit alten Knöpfen stecke ich schon kopfüber in der Schachtel und suche nach Knopfschätzen.



Wir hatten mal eine alte Livree aus Frankreich mitgebracht - ich glaube, sie hielt mehr aus Gewohnheit als an den Nähten zusammen. unendliche Male war sie geflickt worden. Also edel konnte der Lakai zum Schluss damit nicht mehr ausgesehen haben. Aber für mich war die Levree ein wahrer Schatz: ich hab natürlich die Knöpfe abgetrennt und vor allem auch die Silberborte. Völlig egal, wie klein die einzelnen Stücke waren - cm für cm wurde die Borte gerettet.



Alleine schon die Borte zu berühren: das feine Metall zwischen den Händen zu fühlen, den zarten Glitzer zu sehen, wenn das Licht entsprechend auf die Borte fällt. Ich finde das faszinierend.



Und vermutlich ist es auch Prägung, Im Hinterkopf zu haben, dass man aus jedem Stück noch was machen kann oder es noch irgendwann brauchen könnte. So, wie mein Großvater wirklich JEDEN Nagel, den er aus einem Brett gezogen hat, wieder gerade gehämmert hat, jede olle Schraube nochmals vom Rost befreit und in einer Schachtel gesammelt hat, jedes noch so kleine Holz aufgehoben hat: "das kann man bestimmt noch brauchen"!..........so fällt es mir heute schwer, alte Textilien einfach so zu entsorgen. Man / Frau kann bestimmt noch was draus machen!



Ja, kann man / Frau!: Aus dem Saum von einem antiken Chorhemd, das ansonsten schon  sehr fadenscheinig war, wurde ein "neuer" Kragen für die kleine Büste. Neu deswegen, weil den ehemaligen Kragen eine liebe Kundin mir abgekauft hatte. Und ganz nackig sollte das Püppchen ja am Hals nicht bleiben. Und so ist heute morgen ein neuer Kragen entstanden.



Solche Näharbeiten mache ich besonders gerne auch morgens - die Büroarbeit ist erledigt aber zum Fotos machen ist das Licht noch zu fahl. Also rattert die alte Maschine laut vor sich hin. Übrigens: auch wenn die Fotos immer aussehen wie "geleckt" - eine andere schlechte Angewohnheit / PRÄGUNG hab ich auch von meiner Mutter übernommen: reisse ich einen Faden ab, fliegt er flucks auf den Boden, kleine Stoffschnipsel, die beim Zuschneiden entstehen, fliegen auf den Boden. Wenn ich die alten Leinensäcke auftrenne und die kleinen Fädchen aus dem Stoff ziehen muss wie Gräten bei einem Fisch, dann fliegen sie (die Fädchen nicht die Gräten!) auf den Boden. Erst, wenn ich mit der Arbeit fertig bin, wird dann alles aufgefegt. Also keine Sorge - wir leben hier wie jeder andere normale Mensch auch!



Genauso ist es mit dem fotografieren: Ich hab nie begriffen, was es mit Brennweite, Belichtungszeiten, Perspektiven, Makro oder Weitwinkel auf sich hatte. Der erste Mensch, der versucht hat, es mir zu erklären, war mein Vater und hat es irgendwann aufgegeben, mir zu erklären - ich konnte es mir einfach nicht merken. Er hatte noch eine Kamera, die er wie einen heiligen Schatz an einem langen Lederband um den Hals getragen hat. Es war fast schon ein Feiertag, wenn wir als Kinder die Kamera mal halten und auf den Auslöser drücken durften. Ich aber war fasziniert, wie man Licht und Schatten, Stimmungen mit der Kamera einfangen konnte. Mir gefielen meist die Fotos am besten, die NICHT perfekt waren. Die mein Vater aussortiert hat mit den Worten:"das ist nichts geworden, weg damit".



Und ich?:"dann gib es mir!" .........."was willst Du damit, das fliegt ja doch nur rum"............ich habe diese Bilder tatsächlich aufgehoben - in einer schönen Schachtel verwahrt. Erst Jahre später ist diese Schachtel leider verschütt gegangen. Aber seine Freude am fotografieren, die hat sich auf mich übertragen. Noch heute begreife ich das mit den Blichtungszeiten, etc. nicht. Ok, vieles können die Cameras ja heute auch von alleine. Man hat ja schon einen kleinen Computer heutzutage in der Hand - sieht auf einem kleinen Display sofort, wie das Foto ungefähr geworden ist. Nicht erst, wenn der Film nach gefühlten Ewigkeiten aus dem Labor zurück ist, wie damals. Trotzdem ist es auch heute noch eine Überraschung, was so manchmal als Ergebnbis entsteht. Einfach durch ausprobieren. Wenn im Raum ein bestimmtes Licht herrscht, wo man im ersten Moment denkt: das kann nichts werden (das Foto).



Und wie war das mit der Prägung? - meine Großmutter hat ja früher auch Marmelade eingekocht - naja, nicht nur Marmelade sondern auch Mus und vor allem auch eingeweckt. Wenn sie dann dabei war, stand am Ende die ganze Küche voll - mit den Mengen hätte man Kompanien versorgen können...........mein Opa wollte immer wegräumen, damit er wenigstens Platz zum Zeitung lesen hatte und sie hat dann gezetert: "Alfred (er hieß wirklich so!) lass das stehen, wenn ich schon die Arbeit hab, will ich am Ende auch sehen, was ich geschafft hab. Willste Zeitung lesen, geh nach draussen"..............im Ernst, die habe ich nie streiten sonst erlebt - also zumindest nicht so, dass wir das als Enkel sonst mitbekommen haben - aber, wenn es um diese Großaktionen ging, was hat sie sich dann aufgeregt. Sie war kaum größer als eine Parkuhr - aber dann wurde sie wutschanubend 3 Meter groß und hat sowas von gezetert. Hat noch geflucht, wenn Opa Alfred sich bereits aus dem Staub gemacht hatte. Und genau diese Szenen fielen mir gestern wieder ein.



Ich bin da ähnlich: wenn ich am werkeln bin und mehrere ähnliche Dinge mache - sozusagen "en block" oder auf einen Schwung - dann muss das auch immer schön erstmal beeinander bleiben. Kränze werden an einer Hakenleiste wie die Räucherwürste nebeneinander aufgehangen oder eben genähte Kissen erstmal gestapelt. Ich freu mich dann dran, was ich geschafft hab.



Ja, es ist schon verblüffend, wie man so geprägt wird. Aber auch, wie man sich selbst prägt. Vor ein paar Jahren - ich war noch ziemlich am Anfang, dass ich alten Weihnachtsschmuck gesammelt hab - da hatte ich eine Tür im Wohnzimmer aufgestellt und die paar Teilchen, die ich bereits hatte, an die Tür gebammelt. Hab immer weiter auf den Märkten gesucht und in der gesamten Weihnachtszeit die Tür immer weiter bestückt mit den gefundenen Schätzen. Hab damals im Spaß darüber geschrieben, dass ich die Tür wie einen Adventskalender ansehe. Nur, dass ich eben nicht Türchen öffne, sondern immer wieder "neue" Stücke dazu hänge. WEr den Post aus 2012 mal anschauen möchte, der KLICKT HIER   Und es ist schon komisch: diese "Marotte" hab ich bis heute beibehalten. Anfangs steht nur das "Gerüst" und über die Weihnachtszeit wird dann weiter hervorgekramt und ergänzt. Ich nenne das jetzt einfach mal "Selbstprägung" - vermutlich ein Wort, was es so garnicht gibt, aber gut umschreibt, was ich meine.



Und noch ein Wort zum Schluss zu meiner "Advents-Säule" auf dem Tisch aus dem letzten Post: Die bestellten langen schmalen Kerzen waren wirklich in "Lichtgeschwindigkeit" bei uns. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Und die Brenndauer der Kerzen ist erstaunlich. So schlank die Kerzen sind - sie brennen locker 4-5 Stunden. Nur an den Anblick dieser ungewöhnlich hohen Kerzen, daran muss ich mich noch gewöhnen.



Macht es Euch schön und vor allem: pflegt Eure kleinen und großen Marotten, denn sie machen uns ein großes Stück auch aus! - Eure Jacqueline
(und nein, das folgende Foto ist nicht bearbeitet - es war ein Zufallsprodukt!)
 

Dienstag, 5. Dezember 2017

nun also doch.....................

seit ein paar Jahren schon haben wir kein Adventsgesteck oder Adventskranz mehr - ich kann nichtmal genau erklären, warum das so ist. Es hat sich wohl einfach so ergeben. Und auch in diesem Jahr war kein Kranz oder Gesteck "geplant". Ich hatte nichtmal drüber nachgedacht.



Durch Zufall bin ich heute im Lager aber über etwas "gestolpert" - im wahrsten Sinn des Wortes. Ich war auf der Suche eigentlich nach etwas ganz anderem. Und unser Lager ist wahrlich nicht gut beleuchtet - erst recht nicht in der dunklen Jahreszeit. also tastet man sich mehr durch als dass man wirklcih was sehen kann. Naja, lange Rede usw.............ich hab mir mächtig den Fuß gestoßen und hatte die antike Altarsäule in der Hand - wobei eine Säule stimmt noch nichtmal, es sind eigentlich zwei. Aber darum geht es ja grad garnicht. Ich hab geflucht und cor mich hin getottert, bin ins Freie mit den Säulen und dann kam mir die Idee: leg sie doch einfach auf den Tisch - die Säule ...................mal schauen, ob die Christbaumkerzen in die Porzellanfassungen passen



Ich hab also den Tisch abgeräumt - Säule drauf auf den Tisch und die Kerzen herausgesucht - 4 Stück...............und siehe da, sie paßten tatsächlich!



Ist zwar kein Adventskranz - aber wenigstens eine "Advents-Säule" bzw. Advents-Leiste. Und garnicht mal so abwegig. Als ich noch zur Grundschule ging, was ja nun auch schon ein paar Jahrzehnte her ist, da war es der "letzte" Schrei, keinen Andventskranz sondern ein längliches Adventsgesteck zu haben. Das war gebaut wie ein quer liegendes H - komplett besteckt mit Tanne und auf dem Querbalken steckten die Kerzen. Ich weiß garnicht, ob es solche "Gestecke" heute überhaupt noch gibt. Aber in den 70er Jahren war das zumindest total "hipp".



Nun brennen ja die kurzen Baumkerzen nicht wirklich lange - ich wußte aber, es gab / gibt auch eine lange Variante davon. Was ich besonders toll fand - ich hab vorhin einen "Schwarmwissen-Aufruf" in FB gestartet nach diesen Kerzen bzw. wie die denn nun heißen - und innerhalb von Minuten hatten mehrere Mädels dort tolle Tips, ich hab dadurch einen Shop gefunden und mir die langen Kerzen bestellt. ichhab sie unter dem Begriff OFPERKERZEN gefunden. Nun bin ich mal gespannt, wie unser "Adventsgesteck" dann später mit den langen Kerzen aussehen wird. Aber auch mit den kurzen Kerzen finde ich das "Adventsgesteck" schon jetzt sehr schön
 

 UND ich hab dieses Jahr zum ersten mal, solange ich denken kann, tatsächlich VOR Weihnachten Hyazinthen zu stehen. Bisher hab ich mich ja immer geweigert welche vor dem 1.1. des neuen Jahres aufzustellen. Aber der Held stand am WE so lieb vor mir: "schau mal, die gibt es schon.........."



Ist schon ein komisches Gefühl, mit "Traditionen" zu brechen..........aber schön sieht es ja aus!



Völlig unbeeindruckt von dem ganzen "Zinober" waren die Fellträger heute. Die wollten so garnicht raus bei diesem "Hundswetter", wo es so auch nicht richtig hell wird - entsprechend schlecht ist auch die Bildqualität.



Die alte Paula hat auch nur den Kopf gehoben, weil draussen irgend ein unmöglicher Mensch der Meinung war, einen Böller abzuschiessen - eine fürchterliche Unart...........und die arme Paula mag ja Böller so garnicht! (wie wohl die meisten Tiere die Böller nicht mögen)


Naja, schauen wir mal, wie es dieses Jahr hier zu Sylvester sein wird. Bis dahin ist es ja zum Glück noch ein paar Wochen hin. ..................Macht es Euch kuschelig und geniesst die Adventszeit in vollen Zügen - Eure Jacqueline





Dienstag, 28. November 2017

alle Jahre wieder...................


Alle Jahre wieder.............wird  zur Weihnachtszeit nicht nur der Christbaumschmuck hervogekramt, sondern stößt mir so manches auch "sauer" auf........
 

....... schon häufiger mal hab ich zur Weihnachtszeit über alten / antiken Weihnachtsschmuck geschrieben - nicht, weil mir die Themen ausgehen, sondern weil mir immer wieder die gleichen Dinge auffallen:



Schaut man im Netz bei anderen Shops oder im großen Auktionshaus oder auch auf Märkten, was da so angeboten wird, liest man sich die Texte im Netz durch (falsls überhaupt irgendwas "Brauchbares" dann dabei steht), dann ist erstmal alles ANTIK. Ich will mich jetzt garnicht über den Begriff ANTIK an sich auslassen. Mir ist auch klar, dass die Antike vor etwa 2.000 Jahren war. Aber es gibt zumindest mal den Begriff ANTIK im Sprachgebrauch bei alten Stücken und so muss das angebotene Stück mindestens mal 100 Jahre alt sein. Manche behaupten auch mindestens 80 Jahre alt - aber das ist mir von der Sache her auch ziemlich egal  jetzt. Für mich persönlich hab ich ANTIK mit mindestens 100 Jahren "für annehmbar" befunden.



Die Fotos, die ich jetzt hier für den Post verwende haben also nur bedingt mit dem Thema an sich zutun. .....................Ich will mal ein Beispiel geben: Wie viele von uns, suche ich bereits seit Jahren nach einem wirklich alten / antiken Gansfederbaum - am allerliebsten natürlich in weiß! Aber, entweder waren sie teuer wie ein Kleinwagen oder ich war nicht schnell genug (wer weiß, wofür das gut war - für den Geldbeutel auf jeden Fall) oder ich hatte ein "blödes Bauchgefühl". Und wie jedes Jahr, gehen natürlich auch wir auf Weihnachtsmärkte - die gehören ja einfach zur Weihnachtszeit dazu. Auf einem dieser Weihnachtsmärkte entdeckte ich an einem Stand, der lauter schöne Dinge fürs anbot (z.B. Halstücher, Schals, schöne Bücher und Glaskunstwerk - also Neuware) einen großen WEISSEN Gansfederbaum - WUNDERSCHÖN - aus meinen Augen sprangen förmlich die Herzchen heraus. Ich kam mit der Händlerin (einer Amerikanerin, die schon lange in Deutschland lebte) ins Gespräch, eierte ein wenig um den heißen Brei um ihr am Ende dann zu erkären, dass ich ohne diesen "alten" Gansfederbaum nicht mehr leben könnte. Da hat sie schallend gelacht und gemeint: DER IST NICHT ALT / ANTIK - den hab ich mir vor einigen Jahren aus Amerika mitgebracht - dort gibt es in Carlifornien eine Firma, die solche Bäume nach alter Tradition täuschend echt NEU herstellt. Möchten Sie den Link? - ich gebe ihn gerne her, dann können sie sich einen solchen Baum dort gerne bestellen.



Im ersten Moment war ich wirklich sprachlos. Wußte nicht wie ich reagieren sollte. Ich glaube, ich hab geschaut wie eine Kuh wenns donnert. Na, ich war vielleicht ernüchtert. Schon öfters hatte ich mich ja gefragt, wie es sein kann, dass es soooooooooooo viele "antike" Gansfederbäume in einem Topzustand gibt. Wer sich nur ein wneig mit alten / antiken Dingen beschäftigt - grad mit altem Weihnachtsschmuck, der weiß, das Zeug altert. Da senkt hier mal die Kerze eine Kugel etwas an, da blättert dort die Farbe ab, kleine Abplatzerchen, usw............und dann schaut man die Bäume an und man glaubt, sie springen grad aus dem Spielzeugkatalog. Und die Teile waren ja früher schon "teuer", sodass sich nur die gehobene Schicht sowas leisten konnte. Denn sie wurden sehr oft in die Kinderzimmer gestellt. Oder waren so miniklein, dass sie mal als Feldpost dem Papa in den Schützengraben geschickt wurden.



Genauso ist es ja auch mit der nächsten "Generation" künstlicher Weihnachtsbaum dann gewesen, die winzige Nadeln aus gefärbtem und gestärktem Papier hatten. Davon hab ich zumindest einige und freue mich über sie wie ein kleines Mädchen. Vor allem, wenn sie eben nicht perfekt sind. Wenn sie kleine "Beschädigungen", ausgebleichte oder fehlende Nadeln, abgebogene Äste oder Wachsreste haben - denn dann weiß ich GENAU, der ist tatsächlich ALT! Denn solche Mühe macht sich keiner mit einem Replik!



Es geht mir übrigens nicht darum, Repliken GENERELL zu verteufeln - alles hat seine Berechtigung, WENN der Käufer es weiß - wenn es klar gekennzeichnet ist. Dann kann JEDER für sich selbst entscheiden, möchte ich ein altes Original oder lieber den perfekten Nachbau. ABER, man kann sich auch ein wenig schützen!: z.B. in dem man die Texte GENAU liest. Wenn man z.B. über das Wort VINTAGE stolpert................."aus alten Materialien hergestellt"...................."nach alten Vorbildern" gefertigt....................usw. - wichtig ist auch: verlaßt Euch auf Euer Bauchgefühl!



Und wie ich schon weiter oben angedeutet hab: wirklich alte Stücke sind selten perfekt im Zustand! Natürlich gibt es Ausnahmen! Selten, aber es gibt es heute auch noch, dass auf Dachböden alte Konvolute gefunden werden. Dass die dann noch toll erhalten sein können, ist jedem klar. Und trotzdem, wenn man dann genau hinschaut, fällt z.B. auf, dass der Zwirn aus damaliger Zeit einfach anders aussieht als heutzutage, dass der Draht zumindest mal angelaufen ist, usw.



Gerne dürfen die Stücke für mich ihre Geschichte zeigen. Im Gegenteil - hat sich hier ein Draht gelockert, wirken die Farben sehr mürbe, hat sich die innere Silberbedampfung gelöst, ist dort die Pappecke verbogen - es sind gute Zeichen, dass es sich um wirklich alte Stücke handelt.



Und eines ist auch klar: es "wächst" nichts nach - im Gegenteil, das Angebot wird immer "dünner". Ich merke es ja auch bei mir selbst. Jedes Jahr, wenn ich meine alten Schätze hervorhole und damit dekoriere, geht mir was kaputt. Da bricht dann hier ein Stückchen aus, löst sich da ein Draht, usw.



Und so wie mir, geht es natürlich auch allen anderen Menschen. Da hat dann früher Tante Käthe auch selbst mal repariert - und genau das finde ich so schön an dem alten Weihnachtsschmuck. Wenn man sehen kann: der wurde schon damals gehütet wie ein Schatz, wurde über Generationen weitergereicht - da wurde aus 3 kaputten Teilen ein neues Teilchen gezimmert.
 
 So ist es z.B. auch oft mit demTinselschmuck gewesen. Grad zu Zeiten, wo es kein "Material" gab - da wurde dann eine Tinselkette so lange gezwirbelt, bis sie eine Form ergab, eine Oblate reingeklebt, Draht oder Schnur dran - fertig war ein "neuer" Schmuck für den Weihnachtsbaum. War das Ende der Kugeln ausgebrochen, nahm Tante Käthe eben Bindfaden und Streichholz und hat das Streichholzteil innen verhakt - schon konnte die Kugel am Baum hängen, usw.



Und natürlich bestimmt auch die Nachfrage das Angebot - und gibt es eine hohe Nachfrage, ruft es auch Bastler auf den Plan, die dann das Ziel haben, möglichst authentischen Baumschmuck neu herzustellen. Der ist dann teilweise so "echt" gemacht, dass ich manchmal aus dem Staunen nicht mehr rauskomme. Da hab ich es mir zur Angewohnheit gemacht: ich höre auf meinen Bauch. Kann es tatsächlich sein, dass dieses Teil tatsächlich "richtig alt" ist? Was bietet derjenige sonst noch auf seinem Stand an, wenn man auf dem Markt fündig wird. Und mittlerweile hab ich mich selbst so "erzogen", dass ich Teile auch stehenlasse, mich nicht mehr vom Druck des Momentes leiten lasse.  Oder frage mal ganz "blöd" nach............und wenn dann der Verkäufer sich dreht und windet wie ein Aal auf dem Trockenen, lass ich die Finger davon.



Mir ist klar, dass hier auch andere Händler mitlesen - wem ich auf den Fuß jetzt trete, das ist dann nun so................aber es wird keinem ein Gefallen getan, wenn ungehindert alt und neu vermischt wird, einmal umrühren und dann hoffen, niemand merkt es.



Doch - irgendwann wird es bemerkt - und das Ergebnis ist dann, dass ein Mensch sehr traurig sein wird.


Ürbigens: ein toller Anhaltspunkt, was früher so alles in den Manufakturen (oft in Heimarbeit) an Weihnachtsschmuck hergestellt wurde, bieten alte Auktionskataloge. Sie haben meistens eine tolle Bebilderung der einzelnen Exponate, mit Glück auch noch einen verständlichen Text. Und für einen solchen Katalog dann mal ein paar Euro zu investieren ist mit Sicherheit dann gut "angelegtes" Geld!



Ganz liebe Grüße an Euch alle - Eure Jacqueline
 

Sonntag, 26. November 2017

auf dem Tisch und für den Tisch........................

Aktuell hat jemand bei uns in der Gegend scheinbar die Sonne entführt und die "Heizung" abgestellt - es ist wirklich nur noch kalt und grau in grau bei uns. Eben typisch November. Und da es heute wenigstens nicht geregnet hat,  ging es mittags in den Wald, um die ersten Schößlinge für die Winterdeko zu holen.



Zum ersten Mal in ihrem Leben hat die "kleine" Yildiz" heute einen Wald gesehen / erlebt und kam aus dem Staunen und Schnüffeln garnicht mehr raus.
 

Sie fand wirklich ALLES spannend. ob es ein knackender Stock war, das raschelnde Laub, die Wühlspuren der Wildschweine oder ein schreiender Uhu - auf alles hat sie reagiert und man konnte ihr ansehen, wie sie all diese Eindrücke in sich abgespreichert hat. Da die Maus ja wahrlich kein Zwerg ist und wir auch noch "beiladen" wollten, war sie heute im Wald mit uns "Einzelkind". Ich glaub, das hat sie auch wirklich genossen, uns mal für sich ganz allein zu haben. Das sind wohl die Fellträger nicht anders als Kinder - die freuen sich ja auch, wenn sie mal die Eltern für ein paar Stunden für sich alleine haben.



Und BEVOR hier nun ein Aufschrei kommt, dass wir den Wald geplündert haben: wir haben den Waldbesitzer selbstverständlich wie jedes Jahr vorher gefragt und haben nur an der uns angegebenen Stelle "geerntet"!
 

Auf dem Esstisch steht jetzt in einem Glas ein Buchensetzling.  Ich kann nichtmal erklären, warum ich diese nackten Setzlinge grad in der Weihnachts/Winterdeko so mag. Vielleicht, weil sie meistens auch eher einen "schidderigen Wuchs haben ?!?



Dies sind übrigens eines meiner absoluten Lieblinge: Pendelkerzenhalter mit kleinen Engelchen unten als Gewichte


Ja, ein wenig kitschig,, aber zur Weihnachtszeit darf das dann auch mal sein



Und da das Blogthema ja einen "doppelten Sinn" hat: ich wurde im letzten und auch in diesem Jahr immer wieder gefragt: "Macht Ihr wieder einen princessgreeneye-Tischkalender?".................immer hatte ich  NEIN gesagt - aber einmal NEIN muss ja nicht immer NEIN bedeuten...................ich fühle mich ja immer ein wenig hilflos, wenn ich wieder merke: Es gibt so viele Notfelle / Notfälle bei den HUNDEPATEN e.V. und Spenden sind bitternötig, da ja ohne Spenden auch nicht geholfen werden kann.
Und so haben wir dann doch sehr kurzfristig beschlossen, einen Tischkalender für 2018 zu erstellen.

Was aber diesmal etwas anders ist: der Erlös soll zwischen unserem Herzensprojekt, dem öffentlichen Shelter in KOMOTINI / Griechenland und der Türkei aufgeteilt werden. In der Türkei / Alanya  reißt sich der Streetworker Ali wahrlich das Futter aus dem Ärmel für all die Notfelle / Notfälle dort. Er arbeitet auch schon seit Jahren mit dem HUNDEPATEN e.V. zusammen und hatte ja auch unsere "kleine" Prinzessin YILDIZ gerettet und bei sich für uns aufgenommen. Was ich bei Ali besonders beeindruckend finde: Er ist so engagiert, dass er sogar ein offizielles Zertifikat als Tierschützer von der Stadt Alanya bekommen hat. Das ist nun wirklich keine Selbstverständlichkeit! Selbst die Polizei dort ruft ihn, wenn sie irgendwo ein Notfell finden. Und ich denke, auch solche Menschen MUSS man dann mit unterstützen!
 

Darum wird der GESAMTE Erlös aus den Tischkalendern zu je 50/50, also zu gleichen Teilen, dann zwischen diesen beiden Projekten des HUNDEPATEN e.V. aufgeteilt



Der princessgreeneye-Tischkalender 2018 kostet 11,50 €  bei KOSTENLOSEM Versand - die Versandkosten übernehmen wir! (eine Portokombiniation bzw. Anrechnung des kostenlosen Versandes auf unsere anderen Produkte ist bei den Tischkalendern leider nicht möglich)
Wer mag, kann den Tischkalender entweder bei uns im Shop bestellen unter folgendem Link: https://www.princessgreeneye.net/der-princessgreeneye-kalender-2018/

oder uns eine Mail zukommen lassen unter: zuluberlin@gmx.de



Es wäre zu schön, wenn durch den Verkauf wieder ein paar Notfellen / Notfällen geholfen werden kann.
 


Und nun wünsche ich Euch allen einen richtig schön kuscheligen Sonntagabend und vor allem, dass Ihr morgen gut in die neue Woche kommt! - Eure Jacqueline